pH-Regulator & AHA-Säure

Lactic Acid

Differenziert zu betrachten

Lactic Acid ist Milchsäure, die den pH-Wert stabilisiert, Feuchtigkeit bindet und – je nach Dosierung – auch sanft peelend wirken kann

Hintergrund & Herkunft: Lactic Acid ist Milchsäure – aber nicht zwingend aus Milch

Der Name führt oft in die Irre: Lactic Acid heißt Milchsäure, weil sie bei Milchsäuregärung entsteht. In moderner Kosmetik kommt sie meist aus Fermentation von Zucker, also aus pflanzlichen Rohstoffen. Dadurch kann Milchsäure auch in veganen Naturkosmetik-Produkten stecken. 

Lactic Acid in Kosmetik: Was macht Milchsäure in Cremes & Seren?

Milchsäure kann mehrere Funktionen übernehmen:

  • pH-Wert-Regulation: Sie stellt den pH so ein, dass eine Rezeptur stabil bleibt und sich auf der Haut gut verhält. 

  • Feuchtigkeit: Milchsäure / Lactate sind aus dem Hautkontext bekannt und können helfen, trockene Hautpartien „durchfeuchteter“ wirken zu lassen. 

  • Sanftes Peeling (AHA): In passenden Formulierungen kann sie abgestorbene Hautschuppen lösen und das Hautbild glatter erscheinen lassen.

Gesundheitliche Gefahren: Wann Milchsäure zu stark sein kann

Als AHA kann Lactic Acid – abhängig von Konzentration und pH – deutlich aktiver werden. Dann sind typische Themen:

  • Brennen, Rötung, Irritation, besonders bei empfindlicher oder vorgeschädigter Hautbarriere.

  • Erhöhte Sonnenempfindlichkeit ist ein klassischer Diskussionspunkt bei AHAs: Sicherheitsbewertungen nennen Bedingungen wie „nicht reizend formulieren“ und Hinweise auf täglichen Sonnenschutz, vor allem bei stärkeren Produkten. 

Verwendung: Wo begegnet dir Lactic Acid am häufigsten?

  • Cremes/Lotionen für trockene, raue Haut

  • Deos (pH-Management kann Geruchsbildung beeinflussen)

  • Gesichtsseren / Peelings („Glow“, „AHA“, „Fruchtsäure“)

  • Shampoos/Waschprodukte (pH-Feintuning)
    Und ja: Im Naturkosmetik-Umfeld ist es ein ganz normaler Baustein – auch in COSMOS-konformen Rohstoffen. 

Risikoeinschätzung: Botanikpoet-streng bewertet

  • Low-Risk: Wenn Lactic Acid weit hinten in der INCI steht und klar nur den pH „justiert“.

  • Medium-Risk: Wenn das Produkt sichtbar als AHA/Peeling positioniert ist oder du mehrere aktive Produkte kombinierst (Säuren + Retinoide + starkes Vitamin C).

  • High-Risk für sensible Haut: Bei hoher Säurelast (viel AHA, niedriger pH), gereizter Haut, Rosacea-Tendenz oder nach Sonne/Rasur.

Naturkosmetik-Check: So erkennst du „gute“ Milchsäure-Produkte

  • Siegel/Standard helfen: NATRUE behandelt natürliche Säuren (z. B. Milchsäure) im Rahmen der zulässigen Klassifikationen/Verarbeitung; COSMOS-konforme Rohstoffe nutzen Lactic Acid sehr häufig. 

  • Bei AHA-Produkten: langsam einschleichen (z. B. 1–2× pro Woche), auf Reizzeichen achten, und tagsüber konsequent Sonnenschutz nutzen – genau dieser Punkt wird in AHA-Sicherheitsbewertungen immer wieder betont. 

  • Wenn dir „vegan“ wichtig ist: beim Hersteller auf fermentative / pflanzliche Herkunft achten (INCI allein zeigt das nicht).

* Grundsätzlich ja: Lactic Acid ist in Naturkosmetik-Standards als natürliche Säure üblich; NATRUE klassifiziert „natürliche Säuren (z. B. Zitronen- oder Milchsäure)“ weiterhin als natürliche Substanzen (u. a. im Kontext erlaubter Verarbeitung wie Ionenaustausch/Salzbildung). Eingeschränkt, weil: Für ein streng-naturkosmetisches Profil ist entscheidend, dass die Milchsäure fermentativ/pflanzenbasiert und sauber dokumentiert ist (nicht „irgendwie“ tierisch abgeleitet). In der Praxis ist sie im COSMOS-Umfeld sehr gängig (z. B. in COSMOS-Datenbanken für Rohstoffe/Blends).

Hinweis zu Inhaltsstoffen: Die auf Botanikpoet bereitgestellten Informationen zu Inhaltsstoffen dienen der allgemeinen Information und Verbraucheraufklärung. Sie ersetzen keine medizinische Beratung und stellen keine Gesundheitsversprechen dar. Bewertungen erfolgen auf Basis öffentlich zugänglicher wissenschaftlicher Einschätzungen, regulatorischer Einordnungen (z. B. EU-Kosmetikverordnung) sowie gängiger Naturkosmetik-Standards (z. B. COSMOS, NATRUE). Die Verträglichkeit von Inhaltsstoffen kann individuell unterschiedlich sein. Auch natürliche Stoffe können bei empfindlichen Personen Hautreaktionen auslösen. Botanikpoet bewertet Inhaltsstoffe unabhängig und herstellerneutral. Es besteht keine Gewähr für Vollständigkeit oder individuelle Eignung.

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