pH-Regulator & Lauge
Sodium Hydroxide
Differenziert zu betrachten
Sodium Hydroxide ist Natronlauge (Ätznatron) – sie wird in Kosmetik vor allem genutzt, um den pH-Wert einzustellen oder Seifen durch Verseifung herzustellen
Für Naturkosmetik zugelassen?
Ja, eingeschränkt*
Hintergrund & Herkunft: Sodium Hydroxide (Natronlauge) in Naturpflege
Sodium Hydroxide ist chemisch gesehen eine starke Base. Der Rohstoff wirkt auf den ersten Blick „unnatürlich“, weil man ihn als Ätzmittel kennt – in der Kosmetik ist er aber meistens ein Werkzeug: Er bringt eine Rezeptur auf den richtigen pH-Wert oder ermöglicht überhaupt erst die klassische Seifenherstellung durch Verseifung von Ölen.
Warum wird Sodium Hydroxide eingesetzt? pH-Wert & Verseifung
Sodium Hydroxide hat in Produkten typischerweise zwei Aufgaben:
pH-Einstellung (Neutralisation): Manche Rezepturen sind ohne pH-Feintuning zu sauer oder instabil. Dann wird Natronlauge in sehr kleinen Mengen eingesetzt, um den pH zu korrigieren.
Seifenherstellung: Bei echter Seife reagiert die Lauge mit Fetten/Ölen. Das ist keine „Deko-Zutat“, sondern ein Prozessschritt – am Ende soll im fertigen Produkt kein aggressiver Laugenüberschuss verbleiben.
Gesundheitliche Gefahren: Wann Natronlauge problematisch wäre
Hier muss man ehrlich sein: Sodium Hydroxide ist als Rohstoff stark ätzend, wenn es konzentriert ist. Genau deshalb ist die korrekte Formulierung entscheidend. In Sicherheitsbewertungen wird Sodium Hydroxide in Kosmetik vor allem als pH-Adjuster betrachtet; in fertig formulierten Produkten liegen die relevanten Punkte bei Konzentration und pH (also: ob das Endprodukt reizt oder nicht).
Praktische Reiz-Themen können sein:
brennendes Gefühl bei sehr hohem pH (zu „alkalisch“),
Irritation bei sensibler oder geschädigter Haut,
bei DIY/selbstgesiedeter Seife: Risiko durch Fehlberechnung oder unzureichende Reife/Neutralisation (das ist ein häufiges Naturkosmetik-Real-Life-Thema).
Risikoeinschätzung: Botanikpoet-streng eingeordnet
Im fertigen, korrekt formulierten Produkt ist Sodium Hydroxide meist kein „Problem-Inhaltsstoff“, sondern ein Hinweis darauf, dass jemand den pH sauber eingestellt oder Seife hergestellt hat.
Streng betrachtet ist es trotzdem kein Pluspunkt, weil es ein sehr reaktiver Stoff ist. Für mich ist es daher: okay, wenn nötig – aber nicht als aktive „Wirkzutat“ vermarkten.
Naturkosmetik-Check: So bewertest du Produkte mit Sodium Hydroxide richtig
Zertifizierung hilft: NATRUE führt NaOH/KOH als pH-Adjuster im Annex-Kontext und behandelt sie dabei als neutral; COSMOS führt Sodium Hydroxide in der Rohstoffdatenbank. Das spricht klar dafür, dass es im Standardrahmen zulässig ist.
Achte auf den Produkttyp: In klassischen Shampoos/Cremes ist es fast immer nur pH-Korrektur. Bei echter Seife ist es Teil der Herstellung.
Hautgefühl = Hinweis: Wenn ein Produkt stark austrocknet oder brennt, kann ein zu hoher pH eine Rolle spielen – dann lieber milder umsteigen, auch wenn „Natur“ draufsteht.
* In Naturkosmetik ist Sodium Hydroxide gängig als pH-Adjuster und als notwendige Lauge für Seifen (Verseifung). Im NATRUE-Anhang wird NaOH/KOH bei „pH adjusting agents“ als neutral behandelt (ähnlich wie Wasser) – also grundsätzlich naturkonform im vorgesehenen Einsatzkontext.
Hinweis zu Inhaltsstoffen: Die auf Botanikpoet bereitgestellten Informationen zu Inhaltsstoffen dienen der allgemeinen Information und Verbraucheraufklärung. Sie ersetzen keine medizinische Beratung und stellen keine Gesundheitsversprechen dar. Bewertungen erfolgen auf Basis öffentlich zugänglicher wissenschaftlicher Einschätzungen, regulatorischer Einordnungen (z. B. EU-Kosmetikverordnung) sowie gängiger Naturkosmetik-Standards (z. B. COSMOS, NATRUE). Die Verträglichkeit von Inhaltsstoffen kann individuell unterschiedlich sein. Auch natürliche Stoffe können bei empfindlichen Personen Hautreaktionen auslösen. Botanikpoet bewertet Inhaltsstoffe unabhängig und herstellerneutral. Es besteht keine Gewähr für Vollständigkeit oder individuelle Eignung.


